EMDR

Was ist EMDR für Kinder und Jugendliche ?

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wird erfolgreich bei Kindern, Jugendlichen und betroffenen Eltern mit Angstzuständen nach psychischen Traumata eingesetzt. Ziel ist eine Änderung der bestehenden Übererregung hin zu Gedanken und Körpergefühlen, die nicht länger als erregend bzw. störend empfunden werden. Hierbei wird eine Serie von gezielten Augenbewegungen (bilaterale Stimulation) durchgeführt un dabei auf störende Gedanken und Körpergefühle fokussiert. Anwendung findet EMDR speziell bei Posttraumatischer Belastungsstörung bei Einzeltraumatisierungen (z.B. durch Unfall, lebensbedrohlichen Zustand oder körperliche und/oder sexuelle Gewaltanwendung). Ebenso kann EMDR im Laufe einer Langzeitpsychotherapie bei komplexen Traumatisierungen in der Kindheit oder Jugendzeit zur Anwendung kommen. Wie EMDR genau funktioniert, welche Vorgänge dabei im Gehirn vor sich gehen, ist noch weitgehend unbekannt. Bekannt ist jedoch, dass normalerweise Erlebnisse vom Gehirn bearbeitet und abgespeichert werden. Ein Trauma jedoch überfordert diese Verarbeitungsfähigkeiten. Dadurch kann es zu sogenannten Flashbacks oder intrusiven Gedanken kommen: Hierbei genügt ein Auslösereiz (Trigger), und das Erlebte wird immer und immer wieder durchlebt. Gefühle, Gerüche, Geräusche der Originalsituation sind so präsent, als wenn sie eben erst passieren würden. Des weiteren entstehen oft Ängste, Schlafstörungen oder Alpträume. Dadurch entwickelt das Kind bzw. der/die Jugendliche Vermeidungsstrategien. Oftmals bekommt der- / diejenige dadurch auch eine negative Einstellung zu sich selbst. Das weitere Leben wird maßgeblich vom Trauma bestimmt. EMDR kann eine wirkungsvolle Hilfe dabei sein, Bilder und Gefühle, die mit dem Trauma assoziiert sind, zu desensibilisieren, eine Blockade im Gehirn aufzulösen und den Heilungsprozess zum Positiven einzuleiten.